2009/02 Hannover



Mündlichen Überprüfung zur Heilpraktikerin Psychotherapie in Hamburg 02/2009

Protokolle der amtsärztlichen Überprüfung für die Erlaubnis der Heilkunde auf dem Gebiet der Psychotherapie in Hamburg

1. Termin 15.4.2008
Der Prüfer stellte mir die folgenden Fragen:
1. Warum brauchen Sie den HP-Schein?
2. Welche Psychotherapiemethoden haben Sie gelernt?
3. Wie sieht Ihre Methode den Entstehungsmechanismus von psychischen Störungen?
4. Wie erklärt Ihre Methode den Unterschied zwischen neurotischen und strukturellen Störungen?
5. Wie gehen Sie nach Ihrer Methode vor, wenn eine Klientin in der Sitzung plötzlich sagt, sie spüre ihren rechten Arm nicht mehr?
6. Wie gehen Sie nach Ihrer Methode weiter vor, wenn die Klientin dann sagt, es werde gar nicht besser, sondern zudem noch anfängt wirr zu reden?
Ab Frage 4 war ich ziemlich unsicher, da ich zuvor noch nie etwas von strukturellen Störungen gehört hatte. Ich nahm an, dass wohl die Persönlichkeitsstörungen gemeint seien und beschrieb sie dem Prüfer, so gut es ging. War dabei jedoch sehr unsicher, ob ich überhaupt richtig liege.
Bei Frage 5 und 6 stand ich etwas auf dem Schlauch, weil in meiner Ausbildung das Vorgehen in solchen Krisen- bzw. Notfallsituationen nie behandelt worden war. Mir fiel also nicht so recht die Antwort ein und als ich zu der letzten Frage nur sagen konnte: „Das ist ein Notfall, da rufe ich den Krankenwagen.“, stellte der Prüfer sein Tonband ab und sagte mir sehr ruhig und freundlich, dass ich leider nicht bestanden hätte. Ich solle noch mal Psychiatrie-Grundwissen lernen und dann könne ich gerne wiederkommen.
Für mich war das Ganze total okay, denn ich hatte tatsächlich das Gefühl noch nicht genug gelernt zu haben, da ich auch vorher nicht genau gewusst hatte, welche Schwerpunkte dieser Prüfer in seiner Überprüfung setzt. Und gerade den richtigen Umgang in Krisen- und Notfallsituationen im Vornherein schon einmal in der Theorie zu durchdenken, fand ich auch sehr vernünftig.
Ich hatte das Gefühl, aufgrund meines Berufs und meiner therapeutischen Ausbildung hatte ich schon einen gewissen Bonus für die Überprüfung.

Auf die zweite Prüfung habe ich mich dann sehr gezielt vorbereitet. Ich habe viel über Krisen- und Notfallsituationen in der Psychotherapie gelernt, sowie über strukturelle Störungen, Trauma, usw. gelernt. Das Ganze hat mich aber auch wirklich interessiert und mich auf Notfallsituationen vorzubereiten, machte für mich Sinn, da sie ja früher oder später kommen werden, wenn ich mehr therapeutisch arbeite. Bestimmte Bereiche, die mir weniger relevant für diesen Prüfer oder meine Arbeit erschienen, habe ich mit Mut zur Lücke nur peripher gelernt.

2. Termin 18.2.2009
Der Prüfer war wieder sehr freundlich und wohlwollend mir gegenüber.
Zunächst sagte er: „Sie waren schon einmal hier?! Was habe ich Ihnen denn damals geraten, worauf Sie sich konzentrieren sollten?“
Ich: „Ich soll Psychiatrie lernen.“
Er: „Und haben Sie gelernt?“
Ich: „Ja, habe ich.“
Dann stellte er sein Tonband an und stellte folgende Fragen:
1. Dann erzählen Sie mir mal den Unterschied zwischen neurotischen und strukturellen Störungen?
2. Würden Sie jemanden mit einer strukturellen Störung anders behandeln als jemanden mit einer neurotischen Störung?
3. Sie sprachen gerade von Traumatisierung, was machen Sie denn, wenn ein Klient in der Sitzung das Trauma wieder erlebt?
Ich habe zu allen Fragen etwas sagen können, und habe versucht, soviel wie möglich von meinem Wissen in die Antworten zu packen.
Nach nur 6 Minuten stellte er sein Tonband wieder ab und sagte diesmal: „Gut, das reicht, Sie haben bestanden, denn ich merke an Ihren Antworten, dass Sie gut gelernt und das Gelernte auch verstanden haben.“
Puh, war ich erleichtert und glücklich.