HPP mündliche Prüfung 20.11.2015 in Solingen
4 Prüferinnen, (kann mich nur an einen Namen erinnern, ich war zu aufgeregt: Frau Goedecke)
Ich wurde von der Ärtzin ins Zimmer geholt. Alle waren freundlich und sagten ich hätte alle Zeit der Welt. Es gab
Wasser, Kuli und Blatt Papier.
Nennen Sie alle Rechte und Pflichten als HPP
Sorgfaltpflicht, Schweigepflicht, Aufklärungspflicht, Fortbildungspflicht, Dokumentaionspflicht, Haftpflicht
(Berufshaftplicht), Meldepflicht konnte ich alle auswendig erläutern. Bei Eichgesetz, Abstinenzregel,
Hygienebestimmungen in der Praxis haben sie mir auf die Sprünge geholfen.
Wo wird Neuroleptika eingesetzt? Nebenwirkungen?
Welche Sinnestäuschungen gibt es?
Wo ist der Unterschied zu Wahrnehmungsstörung und Wahnwahrnehmung?
Welche Halluzinationsformen gibt es?
Was ist eine Pseudohalluzination?
Wo ist der Unterschied bei Halluzination und Illusionen?
Welche Arten von Antidepressiva gibt es?
Trizyklische, Tetrazyklische Antidepressiva, SSRI etc, und Wirkung wie antriebssteigernd,
stimmungsaufhellend, sedierend, Anwendung in der Schmerztherapie etc
Was wissen Sie über ADHS bei Erwachsenen?
habe alle Symptome inkl. Berufsempfehlungen gesagt. Und zusätzlich alles über ADHS bei Kindern,
Unterschied zu ADS, Pharmakotherapie (Ritalin), Ergotherapie, Familientherapie etc. Was gut ankam war der
menschliche Aspekt zB. als ich sagte, dass die Menschen sich nicht vorschreiben lassen sollen welche Berufe
sie ergreifen sollten, sondern die Berufe die sie möchten. Auch hierbei nickte die Prüferin zustimmend: das in
der Familientherapie die Schulung der Eltern im Umgang mit den Kindern wichtig für die Kinder ist, da sie zuvor
nur getadelt wurden.
Würden Sie ADHS Patienten zu Medikament raten oder sagen er soll es nicht mehr nehmen?
Habe beides verneint, da ich das nicht darf.
Fallbeispiel als Rollenspiel. Klientin kommt mit Kopf- Bauchschmerzen und Lustlosigkeit in ihre Praxis.
Der Arzt hat nichts gefunden. Was machen Sie mit mir?
Habe zuerst nach Suizid gefragt.
Wurde verneint, Klientin ist sehr religiös und Selbstmord käme nie in Frage.
Dann hab ich mit Psychopatologischem Befund weitergemacht. Nach einer Weile dauerte es ihr zulange und
ich wurde unterbrochen: Was hab ich den nun? Ich sagte: Mein Verdacht ist ein depressives Syndrom mit
somatischem Syndrom.
Aha, und wie stellen Sie das fest nach ICD10?
Es wurden die Symptome/Anzahl und Dauer einer leichten, mittleren und schweren Depression erwartet.
Habe dann weiter exploriert nach Vorerkrankungen dieser Art, Dauer der Beschwerden, Symptomen etc.
Dann stand fest, sie hat eine schwere Depression, DD Somatisierungstörung. Habe der Klientin erklärt, das
Antidepressiva und eine Thearpie helfen können und sie zum Psychiater verwiesen damit er ihr Antidepressiva
verschreibt. Dann habe ich noch gesagt, das ich direkt einen Psychiater anrufe damit die Klientin direkt einen
Termin ausmachen kann.
Klientin kommt nach 2-3 Wochen zu mir in die Praxis mit den Worten: Mir geht es schon wieder gut und ich
brauche die Therapie nicht mehr.
Ich antwortete: Da gehen bei mir sofort die Alarmglocken an. Habe erklärt das es Antidepressiva gibt die einen
vorher nicht vorhandenen Suizidgedanken wachrufen. Und ich die Klientin nicht einfach gehen lassen werde.
Und das man die Wirklatenz von ca 4 Wochen beachten muss.
Dann war die Prüfung nach ca. 45 min. vorbei und ich sollte draussen warten.
Nach 2-3 Minuten wurde ich hinein gebeten und gefragt was ich für ein Gefühl hätte.
"Ich hab kein Gefühl, sagte ich" ( ich fand mich sehr langsam in meinen Antworten)
Freuen Sie sich, Sie haben bestanden.
(Es gab hier und da noch Zwischenfragen, die mir aber nicht einfallen wollen)